Spanische Tapas

Tapas

Wo kommen Tapas eigentlich her?

Meine Top 10 auf der Karte mit den besten Tapa-Bars Barcelonas


Oft lese ich das es sich bei Tapas um etwas typisches für Barcelona und überhaupt für Katalonien handelt. Dem ist natürlich nicht so denn Tapas sind mehr etwas typisches in Andalusien und im Baskenland. Im letzteren werden sie meistens "Pinchos" genannt.

Über den Ursprung der Tapas kann man die tollsten Geschichten und Anekdoten lesen. Eine immer wieder gerne erzählte, ist die von König Alfonso dem XIII. Der habe für sich und sein Gefolge, bei einem seiner Besuche der Provinz von Cádiz, bei einer Rast an einem Chiringuito (einer Art Imbissbude) je ein Glas Sherry bestellt. Weil nun ein starker Wind aufkam der jede Menge Staub und Sand aufwirbelte, legte ein Kellner dem König eine Scheibe Schinken auf sein Glas damit dort weder Staub noch Sand hineinwehen konnten.

Tapas im Bilbao an der Kathedrale

Der König fragte daraufhin den Kellner nach dem Warum seines Tuns und der Kellner erklärte es ihm. König Alfonso soll sich sehr amüsiert haben und daraufhin noch einen Sherry bestellt haben und denn extra "mit Tapa" (mit Deckel). Das sei, so liest man oft, die Geburtsstunde der Tapas gewesen.

Warum erzähle ich ausgerechnet diese Geschichte? Nun, wir haben Familie in Andalusien und als ich vor über 30 Jahren zum ersten Mal dort war, wollte ich natürlich auch zeigen, das ich etwas "andalusisches" wusste, was nun nicht jedem Touristen bekannt war. Das habe ich dann in den ersten Gaststätten und Kneipen, die wir dort in den kleinen Dörfen besucht haben, einige Male erzählt. Jedes Mal haben die dort anwesenden Spanier sich köstlich amüsiert und gelacht.

Mir haben dort alle eine andere Geschichte erzählt und wer vor 30 Jahren einmal im Sommer eine Kneipe in einem kleinen spanischen "Pueblo" besucht hat, der hat sich garantiert über die vielen Fliegen dort schon geärgert. Sie, die Fliegen, sind nach übereinstimmenden Aussagen die "Verursacher" der Tapas. Klimaanlagen gab es dort damals noch nicht und offenen Fenster und Türen sorgten dafür, das man es drinnen überhaupt aushalten konnte. Meist hielt man sich deshalb auch draußen, auf den Terrassen auf.

Damit nun die Fliegen oder aufgewirbelter Staub nicht ins Glas konnten legte man eine Art Bierdeckel auf das Glas um es abzudecken und den Inhalt so zu schützen. Weil nun aber der Wind oder der Durchzug diese "Abdeckung" (spanisch Tapa) herunter wehte, kam man irgendwann auf die Idee ein paar Oliven auf den Deckel zu legen. Da auch die oft herunter rollten, legte man etwas anderes, essbares wie zum Beispiel ein Stückchen spanisches Omelette oder Kroketten auf den Deckel. Das funktionierte nicht nur sondern diese kostenlose "Beigabe" kam auch bei den Gästen gut an.

Nun entstand ein Wettkampf in den Bars und Kneipen um die Gäste, denn wer die besten kulinarischen Ideen für seine "Abdeckungen" (Tapas) hatte, der hatte dann auch die meisten Gäste und seit dem ist der Siegeszug der Tapa nicht aufzuhalten. Die "richtigen" Tapas sind eigentlich, die zu den Getränken, gratis, dazugegebenen aber das gibt es heute nur noch selten. Je mehr du Richtung Südspanien fährst, umso öfter wirst du auf diese "Tradition" treffen...

Tapas im Txapela am Passeig de Gracia

Heutzutage sieht man Tapas in den Tapa-Bars meist schon auf der Theke als Buffet aufgebaut und in vielen, darauf spezialisierten Bars, findet man kleine Teller und so kann sich jeder die von ihm bevorzugten Tapas aussuchen. Es gibt sie sowohl kalt als auch warm und meist sind sie auf einer Scheibe Stangenbrot angerichtet. In vielen Restaurants werden auch die so genannten "Raciones" (das sind kleine Portionen) angeboten und auch die zählt man heute schon zu den Tapas. Diese Idee finde ich, gerade für Touristen, sehr gut denn so kann man sich mit einer kleinen "Racion" langsam an die großen Portionen heran"schmecken" und das ist allemal besser als hinterher, bei nichtgefallen, eine ganze Portion stehen zu lassen.

Wie auch immer, Hauptsache ist doch das diese kleinen "Snaks" schmecken und dann sollte es uns doch eigentlich egal sein, ab die nun Tapas, Pinchos oder Raciones genannt werden. In allen großen spanischen Städten schießen Tapa Bars wie Pilze aus dem Boden. In Barcelona gibt es mittlerweile über 200 von ihnen.

Mittlerweile habe ich 60 der besten und beliebtesten auf meiner Google-Karte eingetragen. Damit du es einfacher hast dich zu orientieren und ungefähr weißt, wo sie zu finden sind, habe ich dort einige Kamera-Markierungen eingetragen, wo sich bekannte Sehenswürdigkeiten befinden.


Meine Top 10 plus 50 weitere Tapa- Bars und Restaurants.


zum Vergrößern der Karte klicke bitte oben rechts auf [   ]

Die bei den Touristen am beliebtesten Tapa Bars befinden sich, bis auf wenige Ausnahmen, an oder in der Nähe des Passeig de Gracia und rechts und links der Ramblas.

Das bekannte und beliebte, baskische "Txapela", Nr. 3 auf der Karte, gibt es in Barcelona dreimal (siehe gelbe Markierungen)

Auch "El Taller de Tapas", Nr. 4 auf der Karte, gibt es in Barcelona mehrmals (siehe grüne Markierungen)

Wenn du, wie viele Spanier, einmal eine Tour durch die Tapa Bars unternehmen möchtest, dann empfehle ich dir mit der Metro Linie 3 (grüne Linie) bis zur Station "Poble Sec" zu fahren. Dort findest du im Umkreis von ca. 500 Meter über 20 Tapa-Restaurants oder Tapa-Bars (auf der Karte von 11 bis 32 markiert) Vor allem am Wochenende ist hier der Teufel los denn dann sind auch die Spanier von außerhalb Barcelonas unterwegs.


Hinweis:

Gegensatz zu Deutschland zahlt hier in Spanien nicht jeder das, was er bestellt hat separat, sondern es wir vom Kellner der ganze Tisch oder die ganze Gruppe auf einmal abgerechnet. Wie das dann innerhalb der Gruppe, von der Gruppe geregelt wird, ist Vereinbarungssache.

Meist wird zum Rechnungsbetrag das Tinkgeld hinzugerechnet und der Gesamtbetrag einfach durch die Anzahl der Teilnehmer geteilt.

Wenn man zusammen auf eine Tapa-Runde geht verläuft das auch oft so, das man von Lokal zu Lokal zieht und dann abwechselnd mal der Eine und mal der Andere die Rechnung bezahlt. So kommt jeder mal dran und wenn's mal einen kleinen Preisunterschied gibt, stirbt daran auch niemand ;-)

Auf jeden Fall sollte man sich aber vorher darauf einigen, wie man es machen möchte. So vermeidet man ein mögliches Kaos während der Runde, schont die eigenen Nerven und die des Kellners...


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